Es gibt Dinge, bei denen man sich als Papa irgendwann fragt, warum eigentlich noch niemand auf diese Idee gekommen ist.
Ein Kinderwagen, der klein genug ist, um ihn mit ins Flugzeug zu nehmen, aber trotzdem nicht aussieht, als hätte man einen Einkaufswagen mit drei Rädern gekauft.
Genau das will der Maxi-Cosi Fame Cabin sein.
Und ich gebe zu: Als ich das Ding zum ersten Mal gesehen habe, war mein erster Gedanke nicht „Oh, wie praktisch“.
Mein erster Gedanke war eher:
„Moment mal. Der soll wirklich ins Gepäckfach?“
Denn genau das ist das Versprechen hinter dem Fame Cabin. Zusammenklappen, über die Schulter hängen und ab damit ins Flugzeug.
Klingt nach einer ziemlich guten Idee. Vor allem für Familien, bei denen Urlaub nicht erst am Strand beginnt, sondern bereits beim Kampf mit Koffern, Handgepäck, Kindern und dem Sicherheitscheck am Flughafen.
Und wer schon einmal mit Kindern geflogen ist, weiß: Alles, was man nicht zusätzlich durch den Flughafen schleppen muss, ist grundsätzlich erstmal eine gute Erfindung.




Ein Kinderwagen für Eltern, die unterwegs sind
Der Fame Cabin ist kein klassischer Kinderwagen, bei dem man sich morgens überlegt, ob man heute lieber die große oder die kleine Variante nimmt.
Der Name ist Programm.
Cabin.
Das Teil soll in die Flugzeugkabine.
Zusammengeklappt ist der Kinderwagen gerade einmal 54 x 44,5 x 25 Zentimeter groß. Dazu bringt er 8,2 Kilogrammauf die Waage.
Und plötzlich wird das Ganze interessant.
Denn ein Kinderwagen darf meiner Meinung nach gerne etwas können. Er muss aber nicht unbedingt das Gewicht eines ausgewachsenen Labradors haben.
Gerade auf Reisen merkt man nämlich ziemlich schnell, wie schwer Kinderkram eigentlich ist.
Koffer.
Handgepäck.
Rucksack.
Wickeltasche.
Kind.
Und irgendwo dazwischen versucht Papa noch, seinen Kaffee unfallfrei durch den Flughafen zu bekommen.





Da sind 8,2 Kilogramm durchaus eine Ansage.
Der Moment, in dem der Kinderwagen einfach verschwindet
Eine der interessantesten Funktionen des Fame Cabin ist das Zusammenklappen.
Der Wagen lässt sich mit einer Hand zusammenfalten und kann dabei mit der Sitzeinheit gefaltet werden.
Und das ist genau die Art von Funktion, die auf einer Produktseite zunächst nach einem netten technischen Detail klingt.
In der Realität sieht die Sache anders aus.
Kind auf dem Arm?
Kein Problem.
Kinderwagen zusammenklappen.
Tragegurt nehmen.
Weiterlaufen.
Genau dafür ist das Ding gemacht.
Und das gefällt mir.
Denn meiner Erfahrung nach sind die besten Funktionen bei Babyprodukten meistens nicht die, die auf der Verpackung am spektakulärsten aussehen.
Es sind die, die einem im richtigen Moment fünf Minuten Nerven sparen.
8,2 Kilo klingt erstmal nicht spektakulär. Ist es aber.
Der Fame Cabin wiegt insgesamt 8,2 Kilogramm.
Das Gestell bringt 5,5 Kilogramm auf die Waage, die Sitzeinheit weitere 2,7 Kilogramm.
Das klingt nach einer Zahl, die man einmal liest und dann wieder vergisst.
Bis man den Kinderwagen tatsächlich tragen muss.
Denn gerade am Flughafen ist das Gewicht plötzlich ziemlich interessant.
Wenn das Kind gerade keine Lust mehr hat zu laufen, ist es nämlich nicht so, dass man einfach sagen kann:
„Dann gehen wir jetzt eben weiter.“
Nein.
Das Kind wird getragen.
Der Kinderwagen wird getragen.
Und Papa entwickelt innerhalb von 30 Sekunden einen beeindruckenden Ganzkörpermuskelkater.
Da freut man sich über jedes eingesparte Kilo.
Und dann kommt das mit dem Handgepäck






Das eigentliche Highlight ist natürlich die Größe.
Maxi-Cosi gibt den Fame Cabin als IATA-kompatibel an und hat ihn so konstruiert, dass er in das Gepäckfach eines Flugzeugs passen soll.
Soll.
Das ist wichtig.
Denn ich würde mich niemals mit einem Kinderwagen am Flughafen hinstellen und behaupten:
„Der Hersteller sagt, der muss jetzt hier rein.“
Die endgültige Entscheidung trifft die jeweilige Airline.
Und Fluggesellschaften haben bekanntlich ihre ganz eigenen Vorstellungen davon, was „Handgepäck“ bedeutet.
Bei der einen Airline ist ein kleiner Rucksack schon fast Übergepäck.
Bei der anderen könnte man vermutlich einen halben Kühlschrank mit an Bord nehmen.
Deshalb gilt:
Vor dem Flug die Gepäckbestimmungen der Airline checken.
Aber genau die Möglichkeit, den Kinderwagen überhaupt mit in die Kabine nehmen zu können, ist für mich eines der stärksten Argumente des Fame Cabin.
Denn wer seinen Kinderwagen schon einmal am Gate abgeben musste, kennt das Prozedere.
Abgeben.
Hoffen.
Warten.
Und beim Aussteigen wieder hoffen.
Wenn der Fame Cabin tatsächlich mit an Bord darf, bleibt er dagegen bei euch.
Das kann gerade bei längeren Reisen ein echter Vorteil sein.
Und was macht das Kind währenddessen?
Klein zusammenklappbar ist schön.
Leicht ist schön.
Ins Flugzeug passt vielleicht auch.
Aber am Ende sitzt da ein Kind drin.
Und das möchte meistens weniger über die cleveren Faltmechanismen des Kinderwagens wissen und deutlich mehr darüber, wann es endlich wieder etwas zu essen gibt.
Der Fame Cabin kann ab Geburt bis etwa vier Jahre genutzt werden und ist für ein maximales Gewicht von 22 Kilogramm ausgelegt.
Die Rückenlehne lässt sich verstellen und kann komplett flach gestellt werden.
Das ist wichtig, denn damit ist der Wagen nicht nur ein Sitzplatz für größere Kinder.
Auch kleinere Kinder können unterwegs liegen.
Und das ist gerade im Urlaub Gold wert.
Denn Kinder schlafen bekanntlich immer dann ein, wenn man gerade irgendwo hin muss.
Im Auto?
Wach.
Im Hotel?
Wach.
Beim Abendessen?
Wach.
Sobald der Kinderwagen losrollt?
Zack. Weg.
Babywanne? Ja. Aber nicht kostenlos.
Wer den Fame Cabin direkt ab Geburt nutzen möchte, kann zusätzlich die passende Cabin Babywanne verwenden.
Und hier kommt ein Punkt, den man beim Preis unbedingt beachten sollte:
Die Babywanne ist nicht im normalen Lieferumfang des Kinderwagens enthalten.
Das gilt auch für weiteres Zubehör wie die Babyschalenadapter.
Der Fame Cabin startet also nicht bei einem kleinen Preis und wird anschließend durch Zubehör noch ein bisschen teurer.
Nein.
Er startet bereits im Premiumbereich.
Und wenn man daraus ein komplettes Travelsystem machen möchte, landet man entsprechend höher.
Das sollte man vor dem Kauf wissen.
Das Ding hat sogar Licht




Jetzt wird es ein bisschen absurd.
Ein Kinderwagen mit LED-Licht.
Ich weiß nicht, wer irgendwann in einem Entwicklermeeting gesagt hat:
„Leute, ich habe da eine Idee. Wir bauen Licht in den Kinderwagen.“
Aber:
Es ist gar nicht so dumm.
Das integrierte LumiRide-Licht kann bei Dunkelheit den Weg ausleuchten und macht den Kinderwagen gleichzeitig besser sichtbar.
Und wann ist man mit Kindern unterwegs?
Natürlich genau dann, wenn es dunkel wird.
Weil man vorher noch essen musste.
Weil das Kind noch „ganz schnell“ auf den Spielplatz wollte.
Weil man im Urlaub den Sonnenuntergang anschauen wollte.
Oder weil der Nachwuchs im Restaurant ungefähr 47 Minuten gebraucht hat, um sich für eine Kugel Eis zu entscheiden.
Da kann ein bisschen Licht tatsächlich praktisch sein.
USB-C am Kinderwagen
Und weil wir mittlerweile offenbar in der Zukunft leben, hat der Fame Cabin auch noch einen USB-C-Anschluss.
Ja.
Der Kinderwagen kann dein Handy laden.
Natürlich braucht man dafür eine Powerbank beziehungsweise entsprechende Stromversorgung.
Aber die Idee dahinter finde ich gut.
Denn das Smartphone ist auf Reisen inzwischen ungefähr so wichtig wie der Reisepass.
Boardingpass.
Navigation.
Hotel.
Tickets.
Fotos.
Übersetzer.
Restaurant.
Und im absoluten Notfall natürlich die 173. Wiederholung von irgendeinem Kinderlied.
Wenn der Akku leer ist, wird es unangenehm.
Eine Lademöglichkeit direkt am Kinderwagen ist deshalb eines dieser Extras, bei denen ich zunächst dachte:
„Braucht kein Mensch.“
Und anschließend:
„Okay. Vielleicht doch.“
Aber ist er bequem?


Das ist für mich wichtiger als USB-C und LED.
Denn ein Kinderwagen kann aussehen wie ein kleines Raumschiff.
Wenn das Kind nach zehn Minuten unbequem sitzt, bringt das alles nichts.
Maxi-Cosi setzt beim Fame Cabin unter anderem auf eine gepolsterte Sitzeinlage mit Memoryfoam und eine belüftete Rückenpartie.
Dazu kommt das ausziehbare Sonnenverdeck mit UPF 50+.
Gerade letzteres finde ich für einen Reisebuggy ziemlich wichtig.
Denn wer im Urlaub unterwegs ist, hat nicht automatisch immer einen Schattenplatz.
Strandpromenade?
Sonne.
Zoo?
Sonne.
Altstadt?
Sonne.
Papa?
Sonnenbrand.
Das Kind sollte zumindest besser geschützt sein.
Kleine Räder, großes Problem?
Bei einem kompakten Kinderwagen gibt es natürlich einen Punkt, bei dem man realistisch bleiben muss.
Das Ding ist kein Geländewagen.
Der Fame Cabin besitzt zwar eine Federung an allen vier Rädern und soll dadurch auch auf unebenen Wegen komfortabler unterwegs sein.
Aber ich würde ihn trotzdem nicht als Kinderwagen für die große Waldwanderung kaufen.
Wenn ich drei Stunden durch den Pfälzer Wald laufen möchte, würde ich persönlich eher zu einem größeren und entsprechend geländegängigeren Modell greifen.
Der Fame Cabin spielt seine Stärken woanders aus.
Flughafen.
Stadt.
Hotel.
Einkaufszentrum.
Promenade.
Urlaub.
Bahn.
Auto.
Genau dort fühlt er sich zuhause.
Ein Punkt, den man ausprobieren sollte
Der Schieber ist nicht höhenverstellbar.
Für die einen wird das überhaupt kein Problem sein.
Für andere kann es nervig werden.
Gerade wenn Mama und Papa einen deutlichen Größenunterschied haben, würde ich den Fame Cabin deshalb vor dem Kauf einmal ausprobieren.
Das ist ohnehin mein Tipp bei Kinderwagen.
Man kann sich Datenblätter anschauen, Testberichte lesen und YouTube-Videos gucken.
Am Ende steht man aber selbst dahinter und merkt:
„Hm. Der Griff ist irgendwie komisch.“
Und dann helfen auch 25 technische Features nicht mehr.


Was ich am Fame Cabin richtig gut finde
Ich mag grundsätzlich Produkte, die ein konkretes Problem lösen.
Und der Fame Cabin löst ein ziemlich konkretes Problem:
Wie bekomme ich einen vernünftigen Kinderwagen möglichst unkompliziert mit auf Reisen?
Dabei gefällt mir vor allem die Kombination aus:
8,2 kg Gewicht
kleinem Faltmaß
Tragegurt
Einhand-Faltung
flacher Liegeposition
Federung
großem Verdeck
und eben den kleinen Extras wie LED und USB-C.
Das wirkt nicht wie eine Ansammlung von Funktionen, die man auf die Verpackung schreiben wollte.
Das meiste passt tatsächlich zum Reisegedanken.
Was mich dagegen stört
Ganz ehrlich?
Der Preis.
549,99 Euro für den Kinderwagen sind eine Hausnummer.
Und dann kommen je nach Einsatz noch Zubehörteile dazu.
Babywanne.
Adapter.
Eventuell Sicherheitsbügel.
Wer daraus das komplette Travelsystem machen möchte, ist schnell deutlich über 800 Euro.
Das muss man wollen.
Und deshalb würde ich den Fame Cabin auch nicht jedem empfehlen.
Wenn ich einen Kinderwagen suche, der hauptsächlich zu Hause für Spaziergänge genutzt wird, würde ich mir andere Modelle anschauen.
Wenn ich aber regelmäßig fliege und keine Lust habe, am Flughafen mit einem riesigen Kinderwagen herumzuhantieren, sieht die Rechnung plötzlich anders aus.
Für wen würde ich den Fame Cabin kaufen?
Ich sehe den Fame Cabin vor allem bei Familien, die viel unterwegs sind.
✈️ Familien, die regelmäßig fliegen
🚆 Familien, die viel Bahn fahren
🚗 Familien mit wenig Platz im Auto
🏨 Familien, die häufig Urlaub machen
🏙️ Familien, die hauptsächlich in Städten unterwegs sind
Und natürlich bei Eltern, die sagen:
„Ich will keinen klapprigen Reisebuggy. Ich will etwas Vernünftiges, das trotzdem klein ist.“
Genau dafür ist der Fame Cabin interessant.
Für wen würde ich ihn nicht kaufen?
Wenn der Kinderwagen täglich kilometerweit über Feldwege, Waldwege und Kopfsteinpflaster geprügelt wird, würde ich mir etwas anderes suchen.
Auch wenn ihr einen klassischen Kombikinderwagen mit wendbarer Sitzeinheit, großer Babywanne und möglichst viel Platz sucht, ist der Fame Cabin nicht unbedingt die erste Wahl.
Er wurde nicht dafür entwickelt, alles gleichzeitig zu können.
Er wurde dafür entwickelt, klein zu sein und trotzdem ein vernünftiger Kinderwagen zu bleiben.
Und das ist ein Unterschied.
Unser Daddyhero-Fazit
Ich finde den Ansatz des Maxi-Cosi Fame Cabin ziemlich spannend.
Nicht weil er LED-Licht hat.
Nicht weil man sein Smartphone daran laden kann.
Und auch nicht, weil Maxi-Cosi irgendwo „Premium“ draufschreibt.
Sondern weil das Grundproblem tatsächlich gut gelöst wurde.
Ein Kinderwagen, der leicht ist, klein zusammengeklappt werden kann und sich auf Reisen nicht wie ein zusätzliches Familienmitglied anfühlt.
Gerade beim Fliegen kann das einen echten Unterschied machen.
Denn mit Kindern ist Reisen ohnehin schon eine logistische Meisterleistung.
Da brauche ich nicht unbedingt noch einen Kinderwagen, der beim Einsteigen ungefähr die Größe eines Kleinwagens hat.
Der Fame Cabin ist dabei aber kein Schnäppchen. Und wer Babywanne und Zubehör benötigt, sollte den Gesamtpreis im Blick behalten.
Für den normalen Alltag wäre mir das Konzept vermutlich etwas zu speziell.
Für Familien, die regelmäßig unterwegs sind, sieht es anders aus.
Da kann der Fame Cabin tatsächlich ein ziemlich cleverer Begleiter sein.
Und ganz ehrlich:
Wenn ich am Flughafen meinen Kinderwagen einfach zusammenklappe, über die Schulter hänge und damit ins Flugzeug marschiere, während andere Eltern gerade versuchen, einen ausgewachsenen Kombikinderwagen durch den Gang zu bekommen…
Dann würde ich wahrscheinlich ziemlich zufrieden grinsen.
Das wäre dann vermutlich der Moment, in dem auch Papa versteht, warum man für einen Kinderwagen USB-C braucht.
Oder zumindest so tut.
